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12.03.2012 |

VDP warnt vor Scheitern der Berufseinstiegsbegleitung für Jugendliche

Bisher haben sich nur Niedersachsen, NRW und Sachsen zur Co-Finanzierung der Berufseinstiegbegleitung bereiterklärt | Sechs Länder lehnen eine Beteiligung grundsätzlich ab | VDP-Bundesgeschäftsführerin: »Wir brauchen eine bundesweite Lösung«

Im Zuge der Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente ist die Berufseinstiegsbegleitung für Jugendliche als fester Bestandteil in den Maßnahmenkatalog des dritten Sozialgesetzbuches (SGB III) aufgenommen worden. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) begrüßt diesen Schritt, warnt allerdings nachdrücklich davor, dass durch den Zwang zur 50-prozentigen Kofinanzierung das Instrument ins Leere läuft.

Die Berufseinstiegbegleitung unterstützt Jugendliche mit Förderbedarfen, ihren Übergang von der Schule in die Ausbildung erfolgreich zu bewältigen. Die Neuregelungen im SGB III sehen vor, dass die Maßnahmen der Einstiegsbegleitung zu 50 Prozent durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) und zu 50 Prozent durch Dritte, insbesondere die Länder, finanziert werden muss. Bisher haben sich nur Niedersachsen, NRW und Sachsen bereit erklärt, die Hälfte der Kosten zu tragen. Sechs Länder lehnen eine Beteiligung grundsätzlich ab. »Der Zwang zur Kofinanzierung bremst die positive Initiative, die Berufseinstiegsbegleitung in das SGB III aufzunehmen, völlig aus. Wenn so viele Bundesländer bei ihrer ablehnende Haltung beleiben, droht dem Instrument in weiten Teilen Deutschlands sofort wieder das Aus«, erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP.

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke schätzen sowohl Schulleitungen, Lehrer, Jugendliche und ihre Eltern als auch die BA das Instrument der Berufseinstiegsbegleitung als notwendig, sinnvoll und hilfreich ein. »Bei vielen Jugendlichen, die Hilfe auf dem Weg zum Schulabschluss und in eine Ausbildung benötigen, wird ihr Wohnort darüber entscheiden, ob sie die nötige Unterstützung erhalten oder nicht. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Deshalb fordert der VDP den Bund und die Länder auf, schnellstmöglich eine bundesweite Lösung zu finden. Nur so können wir wirksam der immer noch dramatisch hohen Quote an Jungendlichen ohne Schul- und Ausbildungsabschluss wirksam begegnen«, sagt Eckert weiter. Derzeit starten jährlich 150.000 Jugendliche ohne Ausbildungsabschluss in das Berufsleben. Die dadurch verursachten Belastungen für die öffentlichen Haushalte liegen laut Wissenschaftszentrum Berlin bei 1,5 Milliarden Euro pro Altersjahrgang.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen.

Quelle: www.privatschulen.de

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