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07.06.2012 |

VDP kritisiert: Abschaffung schulischer Ausbildungsgänge schädigt massiv berufliches Bildungssystem

Verband der Privatschulverbände fordert die Politik nachdrücklich auf, ihren eingeschlagenen Weg schnell zu korrigieren

Der Verband der Privatschulverbände (VDP) hat massiv die am 04. Juni getroffene Entscheidung der Wirtschaftsminister der Länder kritisiert, schulische Ausbildungsgänge abzuschaffen, für die ausreichende betriebliche Ausbildungsplätze vorhanden sind. Nach Ansicht des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) wird mit diesem Schritt dem beruflichen Bildungssystem ein massiver Schaden zugefügt.

Der VDP fordert die Wirtschaftsminister auf, sich stattdessen für Vielfalt, Wahlfreiheit und Qualität in der Ausbildung stark zu machen. »Der Beschluss der Länder hat mit einer Optimierung des Überganges von der Schule in den Beruf, so lautet die Begründung, nichts zu tun. Vielmehr werden Ausbildungsplatzangebote künstlich verknappt. Die leidtragenden werden vor allem die weniger leistungsfähigen Schulabgänger und benachteiligte Jugendliche sein«, erklärt Dr. Barb Neumann, Vizepräsidentin des VDP. Gerade für diese Jugendlichen sind beispielsweise eine individuelle sozialpädagogische Betreuung und spezielle Förderangebote, wie sie von außerbetrieblichen Ausbildungsgängen angeboten werden, sehr wichtig. Besonders durch diese Unterstützungsleistungen erreichen viele Auszubildende erst ihren Abschluss.

Dass die Qualität der dualen Ausbildung längst nicht überall den Ansprüchen genügt, hat eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) offen gelegt. Laut DGB seien viele Betriebe längst nicht ausbildungsreif. Gerade in Branchen mit einem hohen Anteil an unbesetzten Ausbildungsplätzen, zum Beispiel im Hotel- und Gastgewerbe, liege die Abbrecherquote der dualen Ausbildung zwischen 30 und 47 Prozent. Auch sei die Misserfolgsquote bei Abschlussprüfungen, laut DGB ein wesentliches Kriterium der Qualität betrieblicher Ausbildung, bei diesen Ausbildungen besonders hoch. Sie liege deutlich über dem Durchschnitt von 8,5 Prozent und übersteige diesen zum Teil um mehr als das Doppelte. »Werden nun genau in diesen Berechen die alternativen außerbetrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten abgeschafft, wird dies zweierlei zur Folge haben: Der Fachkräftebedarf wird in einigen Branchen noch größer und die Jugendlichen haben wesentlich schlechtere Chancen auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Deshalb fordert der VDP die Politik nachdrücklich auf, ihren jetzt eingeschlagenen Weg schnell zu korrigieren«, so Neumann weiter. 

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