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08.05.2014 | News

Forsa-Studie: Weiterbildungs-Budgets in Unternehmen werden nicht ausgeschöpft

Die Wirtschaft kämpft mit dem Fachkräftemangel. Lösungen dagegen sind Weiterbildungen der Angestellten. Das Geld in den Unternehmen ist da, wird aber nur selten komplett dafür genutzt. Das und mehr zeigt eine aktuelle forsa-Studie, die Springest in Auftrag gegeben hat

Berufliche Weiterbildung gilt in Deutschland geradezu als Allheilmittel – gerade gegen den Fachkräftemangel. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es dagegen ganz anders aus. Bei 31 Prozent aller deutschen Unternehmen verfällt das Weiterbildungsbudget. Dazu kommt, dass Mitarbeiter erst gar nicht dazu gefragt werden. Einzig und allein der Chef entscheidet, wer welchen Kurs belegen muss.


 

Weiterbildung gegen Fachkräftemangel
Diese Ergebnisse liegen einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts forsa zugrunde. Auftraggeber der Studie ist »Springest«, ein internationaler Anbieter von Weiterbildungsdatenbanken, der auch Sponsor des Deutschen Weiterbildungstages ist. 200 Unternehmen in ganz Deutschland mit mehr als 100 Mitarbeitern sind zu ihrer betrieblichen Weiterbildungssituation befragt worden. Die Befragung zeigt weiterhin: Zwischen 250 und 1.500 Euro pro Person stellen die Unternehmen für Weiterbildungen zur Verfügung. Nur eine verschwindend geringe Anzahl von Unternehmen ist bereit, in Weiterbildungen zu investieren, die mehr als 1.500 Euro kosten.

Bei allen Problemen, die beim Thema Weiterbildung aufgetaucht sind: für 95 Prozent der Befragten ist das Mittel der Wahl gegen den Fachkräftemangel, der für 51 Prozent der Unternehmen bereits schon jetzt Realität ist. Im Osten Deutschlands sind es sogar 67 Prozent. Gerade bei diesem Thema spielen regionale Unterschiede eine große Rolle. Hans-Ulrich Nordhaus, der im DGB-Bundesvorstand die Abteilung Bildungspolitik und Bildungsarbeit leitet, fordert bessere Regeln: »Weder Gesetze noch Tarifverträge geben in einem einheitlichen und verbindlichen Rahmen vor, wie berufliche Weiterbildung zu definieren, zu organisieren, zu finanzieren und zu zertifizieren ist«.

Weiterbildungsbedarf steigt
Sowohl bei Gewerkschaften als auch bei Arbeitgebern ist der hohe Stellenwert der betrieblichen Weiterbildung unumstritten. Dirk Werner vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln beobachtet, dass viele Unternehmen zwar derzeit noch Probleme haben, Stellen zu besetzen, allerdings "Abstriche bei den Anforderungen an die Bewerber machen". In Zukunft führe das aber zu einem noch mehr steigenden Weiterbildungsbedarf.

Kann die Bereitschaft zur Weiterbildung gesteigert werden, wenn Mitarbeiter stärker als bisher in die Wahl der Maßnahme einbezogen werden? Eine andere Umfrage, die Springest 2013 in den Niederlanden in Auftrag gegeben hat, bejaht diese Frage.

Dirk Werner hält dem entgegen, dass es sich bei Weiterbildungsmaßnahmen »um eine Investitionsentscheidung handelt, die letztlich das Unternehmen trifft«. Aus diesem Grund fordert er einen stärkeren Eigenbeitrag von Mitarbeitern, die besonders aufwendige Fortbildungen wahrnehmen wollen: »Von solchen Weiterbildungen profitiert besonders der Mitarbeiter, weshalb eine Kostenteilung und ein intensiver Freizeiteinsatz angemessen erscheinen«.

Arbeitnehmer mit einbeziehen
Gewerkschafts-Experte Nordhaus hingegen kritisiert, dass die in Deutschland offenbar noch vielfach fehlende Einbeziehung der Mitarbeiter in die Wahl der Maßnahme »demotivierend« sei. »Das zeugt von mangelndem Vertrauen in die eigene Belegschaft – ein Armutszeugnis«, wenn laut der forsa-Studie nicht einmal die Hälfte der Personalverantwortlichen es für sinnvoll halte, die Beschäftigten über das Weiterbildungsbudgets und dessen Verwendung zu informieren.

Weitere Grafiken und Interviews mit Blick auf Weiterbildungsbudgets in Unternehmen gibt es auf der Webseite von Springest.

cle

Übrigens: Die Weiterbildungsdatenbank ist auch in diesem Jahr  Sponsor des Deutschen Weiterbildungstages.

 

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