SERVICE
Kontakt zum Servicebüro
Tel.: 0221 - 32 07736
service@deutscher-weiterbildungstag.de
04.02.2014 |

Wie weiter nach der PIAAC-Studie? Fachtagung warnt vor »Aktionismus«

Fachtagung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung und des Rat der Weiterbildung – KAW zu Ergebnissen der PIAAC-Studie/ Weiterbildungsexperten: »Es gibt viele gute Ansätze, die verstetigt werden müssen«

Berlin. Mit 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgebucht, fand eine Fachtagung vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) und vom Rat der Weiterbildung – KAW zu den aktuellen Assessment-Studien zu Kompetenzen Erwachsener, PIAAC und CiLL, im Tagungszentrum der Katholischen Akademie in Berlin statt. Mit dem „Programm for the international Assessment of Adult Competencies“ (PIAAC) untersucht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zentrale Grund-kompetenzen in der erwachsenen Bevölkerung, von denen angenommen wird, dass sie für die erfolgreiche Teilhabe an der heutigen Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind. Der Fokus liegt hierbei auf der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (16 bis 65 Jahre). Gemessen werden die Lesekompetenz, die alltagsmathematische Kompetenz und technologiebasiertes Problemlösen.

Das Projekt CiLL – Competencies in Later Life – weitet das Forschungsinteresse auf die Altersgruppe der 66- bis 80-jährigen Menschen in Deutschland aus. Das Projekt trägt dem demografischen Wandel in Deutschland Rechnung und liefert Forschungsergebnisse zur Bildung und Kompetenz im Alter. Erste Ergebnisse wurden auf der Fachtagung vorgestellt – die Studie erscheint vollständig ausgewertet im Mai dieses Jahres.

Die Fachtagung ging unter anderem der Frage nach, welche Konsequenzen für die Weiterbildung aus den Studien, die für Deutschland nicht so herausragende Ergebnisse und Kompetenzwerte aufweisen, folgen sollten. Von Seiten der Wissenschaft wurde empfohlen, nicht in Aktionismus zu verfallen, sondern sich Zeit für die Auswertung der Daten zu nehmen und an einigen Stellen noch vertiefend nachzuforschen, eine Praxisrelevanz blieb aber unbestritten. Prof. Dr. Josef Schrader, Wissenschaftlicher Direktor des DIE, erläuterte: „Die Studien sollten nicht nur in der Wissenschaft intensiv diskutiert werden. Darüber hinaus müssen Wege gesucht und erprobt werden, wie zentrale Befunde an die Weiterbildungspraxis vermittelt werden können, um bedarfsgerechte Angebote für unterschiedliche Adressatengruppen zu entwickeln.“

Die Fachleute aus der Weiterbildungspraxis betonten, dass es schon viele gute Ansätze gebe, Bildungsferne in den verschiedenen Altersstufen für Weiterbildungsangebote anzusprechen, vieles aber noch auf Verstetigung warte. Schon im Vorfeld der Tagung wurden aufgrund der Ergebnisse der PIAAC-Studie die Forderungen nach mehr Investitionen in die Bildung, insbesondere in die Erwachsenen-/ Weiterbildung, laut. Prof. Dr. Aiga von Hippel, Vorsitzende des Rates der Weiterbildung – KAW, betonte in ihrem Abschlussstatement: „Neben der weiteren Entwicklung und Förderung neuer, kreativer Angebotsformen, die Menschen mit sehr geringen Kompetenzwerten ansprechen und individuell fördern, muss aber das Leitbild des „Lebenslangen Lernens“ ernstgenommen werden. Das heißt, lebenslanges Lernen durch allgemeine, politische und berufliche Weiterbildung muss allen Alters- und Bevölkerungsgruppen, auch Menschen mit mittleren Kompetenzwerten ermöglicht werden. Dafür benötigt man eine grundständige öffentliche Förderung.“

Quelle und weitere Informationen finden Sie   hier 

 

Zurück


Startseite  |  Kontakt  |  Impressum