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24.04.2008 |

Top oder Flop? – Bundesregierung beschließt »Bildungsprämie«

»Bildungsprämie« kommt ab Herbst/ Bildungsverbände: »richtiges Signal« aber »weit entfernt von einem soliden Finanzierungssystem für die Weiterbildung«


Nun ist es amtlich: die »Bildungsprämie« kommt ab Herbst. Der am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossene Bildungszuschuss in Höhe von maximal 154 Euro soll »die Bereitschaft jedes Einzelnen fördern, mehr für die eigene Weiterbildung zu tun«.

Die Prämie richtet sich besonders an Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen. Sie kann einmal pro Jahr beantragt werden, um die Hälfte von Lehrgangs- oder Seminarkosten oberhalb einer Bagatellgrenze von 30 Euro zu finanzieren. Daneben beschloss das Bundeskabinett weitere Maßnahmen zum Weiterbildungssparen, zum Beispiel die Ausweitung von Weiterbildungsdarlehen.

Die politischen Einschätzungen zum jüngsten Maßnahmenpaket des BMBF gehen auseinander. Während Bundesbildungsministerin Annette Schavan hofft, »dass sich deutlich mehr Menschen als bisher regelmäßig weiterbilden« und die Zahl der Berufstätigen in Deutschland, die einmal im Jahr an einer Weiterbildung teilnehmen, von derzeit 43 Prozent bis zum Jahr 2015 auf 50 Prozent steigen soll, gibt es auch kritische Stimmen.

So bemerkt zum Beispiel der Bildungsverband der Träger beruflicher Bildung BBB,  eine Prämie von 154 Euro sei zu gering, um Menschen, die eine längere – und kostenintensivere – Fortbildung benötigen, zu entlasten. Und vom Bildungssparen  könnten nur Arbeitnehmer/innen profitieren. Beides seien zwar »nützliche Bausteine«, aber, so der neue BBB-Vorsitzende Siegfried Schmauder: »Mit dem Paket aus Bildungsprämie und Bildungssparen alleine ist die Bundesregierung von ihrem Ziel einer 'Weiterbildung mit System' noch weit entfernt. Dazu bedarf es bundeseinheitlicher Rahmenbedingungen und eines konsistentes Finanzierungssystems.«

Ähnlich argumentiert der Bundesverband Deutscher Privatschulen (VDP). Die beschlossenen Maßnahmen, vor allem die Förderung so genannter Niedrigverdiener  seien zu begrüßen und ein »wichtiges Signal in der Debatte um Lebenslanges Lernen«, so VDP-Bundesgeschäftsführerin Julia Schier. Allerdings: »Mit einer Maximalfinanzierung von 154 Euro lässt sich eine langfristig angelegte Weiterbildung nicht finanzieren«. Auch der VdP fordert eine nachhaltige Finanzierungsstrategie.

» die Pressemitteilung des Bundesbildungsministeriums finden Sie hier 

» die Pressemitteilung des Bildungsverbandes BBB finden Sie hier

» die Pressemitteilung des VdP finden Sie hier

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