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03.09.2008 |

Bundeskabinett berät Stellungnahme zum »2. Nationalen Bildungsbericht«

Ministerrunde beriet Stellungnahme zum 2. Nationalen Bildungsbericht/ SPD und Union wollen die Schulabbrecherquote senken, um die Hauptschule wird weiter gestritten

Das Bundeskabinett hat heute über die Stellungnahme der Bundesregierung zum zweiten nationalen Bildungsbericht beraten, der bereits Mitte Juni von Bund und Ländern vorgestellt wurde. Bei dieser Aussprache legten Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) den Streit über dessen Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Nachholen des Schulabschlusses bei. Wer den Abschluss nicht geschafft hat, solle bei Arbeitslosigkeit mit Mitteln der Bundesagentur für Arbeit (BA) eine nachträgliche Chance bekommen, sagte Schavan in Berlin. Details sollen beim Bildungsgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder Ende Oktober in Dresden ausgehandelt werden.

Der alle zwei Jahre erscheinende Bildungsbericht unter dem offiziellen Titel »Bildung in Deutschland 2008« wurde von einem Wissenschaftler-Team unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) zusammengestellt. Er dokumentiert den aktuellen Status quo unseres Bildungssystems, weist aber auch auf zukünftige Herausforderungen hin.

Hier einige Punkte aus dem Bildungsbericht speziell zum Bereich der Weiterbildung:

Haupttendenz: Stagnation in der Weiterbildungsbeteiligung

Die Weiterbildungsbeteiligung stagniert. Die im Bildungsbericht 2006 konstatierte Diskrepanz zwischen einer intensiven öffentlichen Rhetorik zum lebenslangen Lernen und der tatsächlichen Beteiligung der Bevölkerung an allgemeiner und beruflicher Weiterbildung hat sich auch im neuen Berichtszeitraum nicht aufgelöst. Insbesondere die schwache Beteiligung gering qualifizierter Bevölkerungsgruppen wie auch älterer Menschen bedarf der verstärkten Aufmerksamkeit.

Soziale Disparitäten unverändert

Auch an den sozialen Disparitäten in der Teilnahme an beruflicher und allgemeiner Weiterbildung hat sich in den letzten Jahren kaum etwas verändert, die Beteiligungsmuster haben sich im letzten Jahrzehnt verfestigt: Die Teilnahme an Weiterbildung der Gruppe mit dem höchsten allgemeinbildenden Abschluss, dem Abitur, ist immer noch doppelt so hoch wie bei der Gruppe mit niedriger Schulbildung. Nach einem beruflichem Bildungsabschluss zeigt sich eine noch schärfere Polarisierung zwischen der höchsten und der niedrigsten Ausbildungsstufe. Bei der beruflichen Weiterbildung nehmen Personen mit Hochschulabschluss seit Jahren mindestens viermal so häufig an Weiterbildungen teil wie solche ohne Berufsausbildung.

Die Höhe des Bildungs- und Qualifikationsniveaus beeinflusst die Teilhabe am Erwerbsleben. So lag der Anteil an Erwerbslosen bei Personen ohne beruflichen Abschluss im Jahr 2006 bei ca. 12%, bei Personen mit Hochschulabschluss hingegen bei rund 4%.

Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt rückläufig

Auch wenn vor allem öffentliche Haushalte in letzter Zeit mehr Geld für Bildung aufwenden, steigen die Bildungsausgaben in Deutschland insgesamt nicht entsprechend dem Wirtschaftswachstum, bei der Weiterbildung wird sogar drastisch gekürzt.

Insgesamt, d.h. unter Einschluss betrieblicher und privater Leistungen, wurden in Deutschland im Jahr 2006 mit 142,9 Milliarden Euro fast 15 Milliarden Euro mehr für Bildung ausgegeben als im Jahr 1995. Der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt ging jedoch von 6,9% im Jahr 1995 auf 6,3% im Jahr 2005 und 6,2% im Jahr 2006 zurück; im internationalen Vergleich lag er unter dem OECD-Durchschnitt. Die Bildungsausgaben sind nicht proportional zum Wirtschaftswachstum gestiegen.

Weiterbildungsbudgets drastisch reduziert

Die Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für berufliche Weiterbildung gingen zwischen 1999 und 2005 um etwa 70% zurück. Im gleichen Zeitraum sanken die Ausgaben der Unternehmen für betriebliche Weiterbildung um rund 1,5 Milliarden Euro (16%).

Zentrale Herausforderungen der nächsten Jahre

Der Umfang der Bildungsangebote muss in verschiedenen Bereichen des Bildungswesens weiter erhöht werden, wenn der absehbare Bedarf erfüllt und gesellschaftlicher Fortschritt gesichert werden soll. Hierzu gehören

  • die Versorgung mit frühkindlichen Angeboten für unter 3-Jährige,
  • eine Verstärkung der voll qualifizierenden Berufsausbildung und der Abbau von Umwegen beim Übergang aus der Schule,
  • die Steigerung der Studierendenzahlen und Studienabschlüsse sowie
  • die Verstärkung von Angebot und Nutzung bei der Weiterbildung im Erwachsenenalter.


Im Zuge der Debatten über die demografische Entwicklung und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit steht die Frage des Erhalts und der Weiterentwicklung beruflicher Qualifikationen vor allem der älteren Beschäftigtengruppen ganz oben auf der Tagesordnung.

Insgesamt wird es darauf ankommen, so das Fazit des Bildungsberichtes, die Durchlässigkeit des Bildungssystems zu erweitern, Übergänge zu verbessern und Aufstiegswege weiter auszubauen.

Über diesen Link können Sie den Bildungsbericht 2008 als PDF-Dokument herunterladen.

Quelle: Bildungsverband/PR/ZEIT online 

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